Kurz gesagt: Jede Woche veröffentlicht die US-Aufsichtsorganisation FINRA, in welchen Aktien außerbörslich (in sogenannten Dark Pools) besonders viel Geld gehandelt wurde. Ich habe daraus ein Regelwerk gebaut, wähle damit jeden Montag eine Aktie und führe darüber ein Papier-Depot ohne echtes Geld. Die Zahlen unten laufen live mit.

Live-Statistik des Papier-Depots

Lade Zahlen …

Papier-Depot, keine echten Orders. Gebühr 1 € je Kauf und Verkauf eingerechnet, keine Steuern. Die Tabelle zeigt nur Aktien, deren Kauf-Montag bereits begonnen hat.

Was ist ein Dark Pool?

Neben der Börse gibt es Handelsplattformen, auf denen große Orders ohne öffentliches Orderbuch laufen (ATS, „Alternative Trading Systems"). Die FINRA veröffentlicht dazu wöchentlich Summen je Aktie: Stückzahl, Anzahl Trades und Volumen. Die Daten sind öffentlich einsehbar im FINRA OTC Transparency Portal und erscheinen mit zeitlicher Verzögerung.

Die Idee

Wenn in einer Woche ungewöhnlich viel Geld in einer Aktie außerbörslich gehandelt wurde, kann das auf große Marktteilnehmer hinweisen. Ob daraus ein Vorteil entsteht, ist offen. Genau das teste ich, ohne Kapital zu riskieren.

Die Regeln

  1. Universum: Nur die liquidesten US-Aktien (Tier 1 laut FINRA).
  2. Spike: Das Wochenvolumen liegt mindestens das 2,5-Fache über dem Normalwert oder der Z-Score beträgt mindestens 2,0.
  3. Auswahl: Aus allen Spikes der Woche kommt eine Aktie ins Depot: die mit dem höchsten Geldvolumen (Notional).
  4. Kauf: Montag zum Eröffnungskurs nach Veröffentlichung des Berichts.
  5. Ausstieg (zuerst eintretende Regel):
    • Crash-2: Nach zwei Schlusskursen mit −6 % oder schlechter gegenüber dem Kauf geht es raus.
    • Giveback: Nach einem Hoch im Plus geht es raus, sobald die Hälfte des Gewinns wieder weg ist.
    • Zeit: Spätestens nach 20 Handelstagen.

Wie das Kapital rotiert

Das Depot startet mit vier Slots à 333 €. Jeder Kauf wird mit dem Erlös des ältesten noch nicht wieder angelegten Verkaufs finanziert. Gewinne und Verluste wirken sich dadurch direkt auf den nächsten Einsatz aus (Zinseszins). Gibt es noch keinen freien Erlös, werden 333 € eingesetzt. Wurden in einer Woche zwei Aktien verkauft, wird der früher verkaufte Betrag zuerst verwendet. Die Prozentrendite bezieht sich auf 333 € mal die maximale Zahl gleichzeitig offener Positionen, also das tatsächlich gebundene Kapital und nicht auf die Summe aller Käufe.

Belege und Einordnung

  • Datenquelle: FINRA ATS-Wochenberichte, öffentlich und nachprüfbar (Link oben). Kurse über Yahoo Finance, umgerechnet in Euro.
  • Rückblick (Backtest): Das Regelwerk wurde auf 574 Wochen-Kandidaten von Januar bis August 2026 getestet. Im Rückblick ergab die Kombination aus Notional-Auswahl und Giveback-Ausstieg bei 1.000 € Einsatz (drei Slots) rund +924 €. Der Crash-2-Ausstieg ändert den Gesamtwert kaum (+925 €), schützt aber vor Totalausfällen, etwa einem Papier, das im Rückblick −11 % statt −38 % brachte.
  • Schwäche: Der Backtest ist im Nachhinein auf denselben Daten abgestimmt worden (In-Sample) und kurz. Er beweist nichts. Aussagekräftig wird erst der Live-Lauf seit dem 17.08.2026, und auch der ist mit wenigen Trades statistisch dünn.
  • Erster Live-Trade: INTC schloss nach zwei Tagen im Minus und wurde per Crash-2 verkauft. Verluste stehen genauso in der Tabelle wie Gewinne.

Wichtiger Hinweis

Das ist ein privates Experiment und keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Es werden keine echten Aufträge dafür erteilt. Vergangene Ergebnisse sagen nichts über die Zukunft. Wer Wertpapiere handelt, kann sein Geld verlieren.